Vor 26 Jahren in Hamburg: Der sechsjährige Volkan wird in Hamburg-Wilhelmsburg von zwei Pitbull-Mischlingen angefallen und getötet. Eine Debatte über „gefährliche Hunde“ entbrennt – und bereits kurze Zeit später erlässt der Hamburger Senat eine sogenannte Kampfhundeverordnung, die später Teil des Hamburger Hundegesetzes wird: Eine Vorverurteilung von Hunden bestimmter Rassen, die bis heute anhält.
Mit der „Rasseliste“ änderte sich schlagartig das Leben für die „Listenhunde“ und ihre Haltenden. In der Kategorie 1 werden bestimmte Rassen als unwiderlegbar gefährlich eingestuft – unabhängig von ihrem Wesen. In der Freien und Hansestadt Hamburg dürfen diese Tiere nicht mehr gehalten werden (bei einem Besuch unserer Stadt besteht eine Leinen- und Maulkorbpflicht). Viele Menschen halten sich nicht an diese Vorgabe und die unerlaubte Haltung oder Führung bleibt oft nicht unentdeckt. In der Folge landen die Hunde, sichergestellt durch Polizei oder Hundekontrolldienst und Veterinäramt, bei uns im Tierheim und dürfen in der Stadt, bei Anweisung zur Vermittlung, kein neues Zuhause finden. Ein Zustand, der die Schützlinge oft unverschuldet und lange bei uns auf ein Für-immer-Zuhause warten lässt.
Ein Blick auf das Wesen-tliche
Niemand hat es verdient vorverurteilt zu werden – und wir sind der Überzeugung, dass das Wesen eines Tieres relevant ist und nicht die Rasse. Seit Jahren setzen wir uns unter anderem beim „SoKa-Run“ (Sogenannte Kategorie 1-Hunde) dafür ein, dass ein bestandener Wesenstest auch für Hamburger Haushalte als Vermittlungsfreigabe gelten sollte. Denn diesen müssten ausnahmslos alle unsere „Listis“ vor Freigabe zur Adoption (außerhalb Hamburgs) sowieso absolvieren.
So heißt es für all unsere „Bollerköppe“: Antreten zum Wesenstest! Bei Rassen, die nicht gelistet sind, müssen nur die Hunde ran, die beispielsweise durch Beißvorfälle auffällig geworden sind. Im Wesenstest wird der Gehorsam geprüft und geschaut: „Wie verhält sich der Hund in Alltagssituationen gegenüber Artgenossen, Menschen und bei Provokation?“ Aufgrund des gezeigten Verhaltens sieht das Veterinäramt, ob die Hunde ein erhöhtes Gefahrenpotenzial haben oder nicht.
Khalessi zeigt, wie es geht


Haben die Schützlinge, wie unsere Khalessi hier, den Test erfolgreich bestanden, werden sie zu Vermittlung freigeben. Auch bei einem Wesenstest ohne Beanstandung bedeutet ihre Rasse aber weiterhin für sie: Vermittlung nur außerhalb von Hamburg – und ist sie mal zu Besuch: immer mit Maulkorb, kurzer Leine, kein Freilauf auf Hundewiesen und keine Mitnahme im ÖPNV.
Die nächste Demo gegen die Rasseliste im Hamburger Hundegesetz findet am letzten Septembersonntag (27.9.2026, 14 Uhr, Rathausmarkt) statt. Wer auch überzeugt ist „Jede Rasse ist klasse und es kommt auf das Wesen an“, ist herzlich willkommen, für die Listis mitzulaufen – wir werden auch wieder dabei sein. Jede Stimme zählt!






