Malou und ihre Kitten Fee (creme), Lio (weiß & get.) und Feo (get.) wurden einfach ausgesetzt

Zartes Miauen erklingt aus den Räumen unseres Katzenhauses, denn mit dem Frühling beginnt auch die nächste Kittensaison. Der Muttertag (10. Mai 2026) ist ein guter Zeitpunkt, um auf das noch immer bestehende Tierleid auf Hamburgs Straßen zu blicken. Mama-Katze und ihre Jungen brauchen jetzt unsere Hilfe!

Jedes Jahr kommt eine ganze Flut an trächtigen Katzen sowie Müttern mit ihrem Nachwuchs in unsere Obhut: Straßenkatzen, die niemanden haben, der sich für sie verantwortlich fühlt und Katzenmütter, die ausgesetzt wurden, weil sie Nachwuchs erwarteten. Ein menschengemachtes Leid, das vermeidbar gewesen wäre.

Niedlich, bis Verantwortung übernommen werden muss

In Hamburg leben und leiden laut älterer Schätzungen 10.000 freilebende Katzen – es dürften inzwischen weit mehr sein. Zusätzlich leben in der Hansestadt unzählige Freigängerkatzen, die ein Zuhause haben, aber zur unkontrollierten Vermehrung der Streunerkatzen beitragen. Viele Straßenkatzen werden Opfer von Tierquälerei und immer mehr landen in Tierheimen. Der Katzenschutzreport von 2024 unseres Dachverbandes Deutscher Tierschutzbund e.V. zeichnete ein furchtbares Bild: Laut Umfrage sind 99 Prozent der Straßenkatzen krank, wenn sie das erste Mal einem Tierarzt vorgestellt werden. Besonders tragende Katzenmütter und Kitten sind den brutalen Zuständen schutzlos ausgeliefert.

Fast alle Tiere sind geschwächt durch Krankheiten, Parasiten, Verletzungen und Hunger. Die Chance, dass Straßenkatzen älter als nur wenige Monate werden, ist gering.

Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Im Karton ausgesetzt, in den Müll geworfen, entsorgt

Vielen Katzen wird sich einfach entledigt, als wären sie keine fühlenden, lebenden Wesen. Leben sie auf der Straße, bleibt ihr Leid oft lange unbemerkt. Mit liebevoller Pflege und medizinischer Versorgung werden die geschwächten Fundtiere und Streuner bei uns betreut. Besonders Jungtiere sind oft krank, können nicht alleine fressen oder benötigen besonders intensive medizinische Unterstützung, ehe sie in ein liebevolles Zuhause umziehen können. Auch die oft traumatisierten Katzenmütter benötigen eine intensive Betreuung und viel Liebe.

Mutter zu sein ist ein Vollzeitjob, der nur noch schwerer wird, wenn es einem selbst nicht gut geht.

Seit vielen Jahren kämpft das HTV-Katzenrettungsteam täglich gegen das Leid der Streunerkatzen, indem es Tiere einfängt, zum Kastrieren zu uns ins Tierheim bringt und anschließend an geeigneten Futterplätzen, möglichst im Fundgebiet, wieder freilässt. Muttertiere und ihren Nachwuchs, vor allem Waisen, betreuen wir natürlich besonders intensiv und lange: Die Kleinen müssen wir teilweise per Hand aufziehen, bevor wir sie in ein liebevolles Zuhause vermitteln können.

Durch die am 01. Januar 2026 endlich eingetretene Katzenschutzverordnung, nach der Freigängerkatzen, die älter als fünf Monate sind, verpflichtend kastriert, per Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister (z.B. Findefix) registriert werden müssen, erhoffen wir uns für die Zukunft eine schnellere Rückführung von Katzen in ihr Zuhause, weniger ungewollten Nachwuchs und Zuordnung Verantwortlicher bei Aussetzungen.

Katzen verdienen unseren Einsatz nicht nur, solange wir sie persönlich niedlich finden, sie verdienen unseren Schutz zu jedem Zeitpunkt des Jahres, in jedem Alter und in jedem Zustand. Mit der Umsetzung der Katzenschutzverordnung können wir alle gemeinsam einen Schritt in eine bessere Zukunft schaffen: Vor allem die Mamas und ihre mauzigen Kleinen werden es danken!