Da Weihnachten vor der Tür steht, wollten wir das Thema „Tiere sind keine Geschenke“ mit den Kindern in unserem letzten KinderSonntag in diesem Jahr thematisieren. Neun Kinder waren gespannt dabei und brachten auch schon ganz viel Wissen mit.
Im weihnachtlich dekorierten Grünen Saal wurden die Kinder empfangen. Einige kleine Tierschützende waren sogar zum ersten Mal dabei.

Zu Beginn wurde die Geschichte von Mia und Jonas vorgelesen. In dieser Geschichte wünschen sich die beiden Kinder ein Haustier. Im Austausch mit ihren Eltern werden die wichtigen Voraussetzungen für die Haltung eines Haustieres besprochen. Am Ende zieht ein Meerschweinchen bei den Kindern ein und das zweite Tier soll aus dem Tierheim adoptiert werden. Was braucht ein Meerschweinchen? Zum Beispiel mindestens einen Artgenossen, täglichen Freilauf und Rückzugsmöglichkeiten, um Ruhe zu bekommen. Wichtig zu wissen ist, dass Meerschweinchen eher Beobachtungstiere sind und nicht gerne kuscheln.
Es folgte ein spannender Austausch rund um das Thema Katze (Bedürfnisse, Ernährung, Lebensraum, Hygiene). Deutlich wurde dargestellt, dass Katzen soziale Interaktionen brauchen und es ein Irrtum ist, dass sie ausschließlich Einzelgänger sind. Gerade Katzen, die sich früh kennengelernt haben, sind oft ihr Leben lang unzertrennlich. Hier wurde die Frage gestellt: „Warum werden Katzen gerne verschenkt?“ Oft wird die Katze als pflegeleichtes Haustier angesehen. Ihr niedliches Aussehen und die leichte Verfügbarkeit über Internetanzeigen etc. können dazu führen, dass Katzen verschenkt werden.

Geschenke an Tiere statt Tiere als Geschenk
Als Nächstes ging es zum Bastelprojekt. Aus unserer Weihnachtsdeko, die aus vielen leeren Kartons in verschiedenen Größen bestand, suchten sich die Kids einige aus, um für unsere Katzen im Katzenhaus verschiedene Häuser zu basteln. Diese hatten unterschiedliche Eingänge. Es gab große und kleine Kartons, die mit Zeitungsschnipseln gefüllt wurden. Mit kleinen Schaukeln oder Kratzmöglichkeiten wurden die selbstgebastelten Häuser noch liebevoll ausgestattet. Die Häuser sind alle sehr individuell gestaltet worden.

Gemeinsam durften wir sie ins Katzenhaus bringen, wo wir herzlich empfangen wurden und die Häuser direkt einer Tierpflegerin übergeben konnten, die sie den Katzen überreichte. Die Katzen freuten sich sichtlich, indem sie direkt in die Häuser hineinkrabbelten oder sie neugierig beschnüffelten. Auch die Kinder freuten sich sehr, dass sich die Katzen so offensichtlich über ihre Geschenke freuten.

Die letzte halbe Stunde haben wir uns über Hunde ausgetauscht und darüber, was es bedeutet, einen Hund als Haustier zu halten. Besonders wichtig ist es, für den Hund Zeit zu haben, da er als Rudeltier soziale Kontakte braucht. Alle waren sich einig: Es geht um Verantwortung!
Die Diskussionsrunde mit den Kindern wurde mit der Frage eröffnet, was passieren kann, wenn ein Tier verschenkt wird. Wir sprachen gemeinsam über die Risiken und Probleme, die auftreten können, wenn Tiere verschenkt werden. Dazu gehören beispielsweise fehlende Vorbereitung, kein Überblick über die langfristige Verpflichtung, unpassende Haltungsbedingungen sowie eine mögliche Überforderung der Beschenkten. Solche Gründe können dazu führen, dass die Tiere abgegeben werden und ins Tierheim kommen. Was zunächst lieb gemeint ist, kann also für die Tiere schwerwiegende Konsequenzen haben.
Wir sind in gemeinsamer Runde zu dem Entschluss gekommen, dass grundsätzlich jede Person überprüfen muss, ob sie die Voraussetzungen für ein Haustier erfüllen kann. Stichpunkte, um dies zu überprüfen:
Liste für Eltern:
- Habe ich Zeit, mich um das Tier zu kümmern?
- Passt ein Tier zu meinen Zukunftsplänen?
- Werde ich den arteigenen und individuellen Bedürfnissen des Tieres gerecht?
- Wie sieht es mit der Unterbringung und Versorgung im Urlaub aus?
- Gibt es Familienmitglieder mit Allergien, oder sind alle im Haushalt lebenden Menschen mit einem Haustier einverstanden?
- Wie bin ich finanziell aufgestellt?
Zusammengefasst geht es um die Verantwortung, die mit der Aufnahme eines Tieres übernommen wird, und darum zu überprüfen, ob man dieser Aufgabe gewachsen ist. Für die Kinder ist klar, dass sie ihren Wunsch, ein Haustier aufzunehmen, im Familienkreis besprechen, um sicherzugehen, dass alle Beteiligten bereit sind, die Verantwortung über mehrere Jahre zu übernehmen, um dem Tier ein gutes Zuhause zu geben. Es war ein spannender und ereignisreicher Tag und wir freuen uns schon auf den nächsten KinderSonntag!
Wichtige INFO:
Der nächste KinderSonntag findet am 01.02.2026 statt.
Es findet kein KinderSonntag im Januar statt!






