Beim KinderSonntag im September ging es um Bauernhoftiere. Die Kinder haben einiges über die tierischen Freunde, die auf einem Bauernhof leben können, gelernt – aber auch schon vieles gewusst! Außerdem wurde gespielt, gebastelt und auf dem Tierheimgelände nach Bauernhoftieren Ausschau gehalten und unsere Hühner besucht.
Als Erstes konnten unsere jungen Gäste viele verschiedene Dinge, die für einen Bauernhof typisch sind, auf einem Wimmelbild heraussuchen. Dort gab es neben einer Bäuerin und einem Trecker nämlich ganz viele verschiedene Tiere zu entdecken.
Aber wie begann Landwirtschaft eigentlich? In der Geschichte der Entstehung von Landwirtschaft gab es viel zu lernen: von Jäger*innen und Sammler*innen zu ersten Dörfern und Feldern, auf denen erste Pflanzen angebaut und erste sogenannte "Nutztiere" gehalten wurden, bis hin zu der Landwirtschaft wie wir sie heute kennen und auch große Städte versorgt werden können. Mit der Landwirtschaft können viel mehr Menschen von den Lebensmitteln satt werden als vorher. Deshalb hat sich vermutlich in den meisten Bereichen der Welt diese Form durchgesetzt.

Auch der Begriff „Nutztiere“ wurde erklärt: Menschen haben vor langer Zeit beschlossen, dass einige Tiere für sie „nützlich“ sind. Viele Menschen möchten Tiere z.B. für Fleisch, Eier oder Milch als Lebensmittel nutzen. Menschen, die kein Fleisch essen, leben vegetarisch. Es gibt auch Menschen, die gar keine tierischen Lebensmittel – also neben Fleisch auch alle Lebensmittel, die ein Tier hervorgebracht hat wie Eier oder Milch – essen. Das nennt man dann vegan.
Weiter ging es mit der Vorstellung einer Tierart, die oft auf Bauernhöfen lebt: Hühner! Die Kinder rieten, wie oft ein Ei ein Huhn legt – wenn alle Bedingungen stimmen, alle 24-26 Stunden! Ganz anders als die Vögel in der Natur, die nur im Frühling Eier legen. Das ist für Hühner aber auch sehr anstrengend und sie können schnell krank werden.
Als nächstes lernten die Kinder, wie man Hühner und Hähne auseinanderhalten kann und es wurden einige spannende Hühner-Fakten herausgepickt: Küken kommunizieren zum Beispiel schon im Ei mit ihrer Mutter.

Um das Thema abzurunden, haben wir einigen unserer Hühner auf dem Gelände des Tierheims einen Besuch abgestattet. Dabei hatten wir Glück und kamen genau zur Fütterung! Alle konnten hören, wie laut ein Hahn krähen kann (vor allem, wenn er weiß, dass es bald Futter gibt).

Bei unseren Wiesen und Stallungen für Huf- und Klauentiere, konnten die Kinder auf dort aushängenden Bildern unsere ehemaligen Schützlinge sehen.
Zurück im Grünen Saal begaben sich die Kinder (und die Erwachsenen) auf eine spielerische Kuh-Reise, die eine flotte Runde über Stock und Stein dreht.
Nach dieser sportlichen Einheit ging es im Schweinsgalopp zum nächsten Thema: Ringelschwänzchenfreunde! Es gibt verschiedene Schweinerassen, die sehr unterschiedlich aussehen können: größer, kleiner, mit viel Fell/Borsten oder weniger, mit Flecken oder ohne Flecken. Leider werden in Deutschland noch immer rund 44,6 Millionen Schweine pro Jahr für Fleisch gezüchtet. Die meisten Schweine in Deutschland sind sehr groß, haben nicht viel Platz, leben ihr Leben lang in einem Stall und bekommen Futter, damit sie noch schneller wachsen und geschlachtet werden können. Wie ein schöneres Leben für die Schweine aussehen könnte, sahen die Kinder in einem Video. Schweine sind – anders als viele Menschen denken – ziemlich klug und reinlich, sie nutzen sogar Toiletten-Ecken, wenn sie genug Platz dafür haben und sich wohlfühlen.

Als letztes Bauernhoftier wurde die Kuh vorgestellt. Ähnlich wie bei den Schweinen gibt es verschiedene Kuh-Rassen, die alle unterschiedlich aussehen können. Die Kids wussten schon, dass eine Kuh nicht einfach so Milch gibt, sondern dass sie dafür ein Kalb haben muss. Eigentlich ist die Kuh-Milch für das Kalb gedacht und nicht für den Menschen! Die Kids hörten im Anschluss eine Geschichte über die ersten Stunden von Kalb Karl mit zwei verschiedenen Ausgängen. Anhand dieser Geschichte empfanden die Kinder einstimmig die Bio-Haltung als schöner, bei der Kalb und Muttertier zusammenbleiben konnten.

Es machte die Kinder sehr traurig, dass die allerwenigsten Bauernhöfe so sind wie in Wimmelbildern, Kinderbüchern und in ihrer und der Vorstellung von den meisten Menschen. Auf den meisten Bauernhöfen gibt es meistens nur eine Tierart und davon sehr viele Tiere, die viel zu wenig Platz haben, keine sauberen Lebensbedingungen und die ihr Leben lang im Stall leben - zusätzlich oft angebunden.

Um den Tag nicht so traurig ausklingen zu lassen, konnten die Kinder basteln. Es entstanden verschiedene Bauernhoftiere wie Kühe oder Schweine, die mit Pfeifenputzern oder Pappe aufgehübscht wurden. Andere Kinder hatten mehr Spaß an den Ausmalbildern.
Wir haben uns wieder sehr über das rege Interesse der Kids gefreut und sind schon gespannt auf den nächsten KinderSonntag am 2. November 2025.







