Die Brut- und Setzzeit hat begonnen, es gilt daher eine besondere Vorsicht und Umsicht in der Natur und damit Rücksicht auf Wildtiere, speziell den Nachwuchs, zu leisten. Viele Tierkinder könnten von uns Menschen gestört oder aus fehlgeleitetem Helferinstink aus ihrem Zuhause entrissen werden. In Hamburg gilt eine generelle Anleinpflicht, in Niedersachsen gilt sie vom 1. April bis 15. Juli.

Hält der Frühling Einzug, zieht es viele Menschen wieder vermehrt in die Natur - alleine oder mit Hundebegleitung. Um den Wildtiernachwuchs zu schützen, sollten die Hunde zur Lege- und Setzzeit in der Natur dringend an der Leine geführt werden. In einzelnen Bundesländern gilt bereits im März eine Leinenpflicht für Hunde. Auch angeleint können Hunde ihrem Schnüffeln nachgehen, wenn sich der Mensch die nötige Zeit nimmt und sich mitbewegt. Das geht an einer Schleppleine noch besser, erhöht aber wieder die Gefahren, sodass mehr Vorsicht geboten ist. Besonders Hasenkinder, die eigentlich nur in der Sasse auf ihre Mutter warten, werden häufig von schnüffelnden Hunden gefunden und vielleicht sogar verletzt, zumindest verängstigt.

Mit einer guten Schleppleine ist bleibt Bewegungsfreiheit vorhanden.

Zudem wird der Nachwuchs von Wildtieren oft irrtümlich als hilfebedürftig eingeschätzt, wenn er erste Flug-, Kletter- oder Laufversuche unternimmt. Schon befiederte Jungvögel, die noch nicht komplett flugfähig sind und herumhüpfen, kann man vorsichtig an einen sicheren Ort (z. B. ein abseits von Straßen gelegenes Gebüsch) setzen. Der Jungvogel muss aber in direkter Nähe zum Fundort bleiben. „Vögel können in der Regel so schlecht riechen, dass sie den menschlichen Geruch am Nachwuchs nicht wahrnehmen, wenn er berührt wurde, und ihn daher auch nicht verstoßen“, erklärt Janet Bernhardt: „Wenn die Küken allerdings noch nackt sind, muss unbedingt das Nest gefunden werden, in welches sie behutsam zurückgesetzt werden müssen – sofern es sich vom Boden aus erreichen lässt.“


Auch bei den Säugetieren, die sich dem städtischen Lebensraum angepasst haben, ist der menschliche Geruch für die Elterntiere kein Grund sich von ihrem Nachwuchs abzuwenden. „Rehkitze oder Hasen werden besonders oft voreilig eingesammelt, da sie von ihren Eltern ohne eine schützende Unterkunft abgelegt werden. Sie können sogar noch 48 Stunden nach dem Auffinden an den Fundort zurückgebracht werden“, erklärt Janet Bernhardt.

Den halben Tag warten Hasenkinder geduldig auf die Rückkehr ihrer Mutter, die diese nur zur Dämmerung und am Morgen säugt. Da die Fellknäuel vollständig entwickelt geboren werden und für ihre Feinde quasi unsichtbar sind, benötigen sie keinen schützenden Bau. In ihrer Sasse, wie ihre Kuhle genannt wird, warten sie vollkommen still und geruchlos auf Mama, wenn sie niemand stört.

Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Tier-Eltern und -Kinder. Alle Infos in unserer Wildtier-Kampagne!