Seit vielen Jahren setzt sich der HTV für die Abschaffung der Rasseliste im Hamburger Hundegesetz ein.

Beim SoKa Run am 27. September 2026 vom Rathausmarkt durch die Hamburger Innenstadt und zurück machten wir wieder gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen auf die Ungerechtigkeiten des Hamburger Hundegesetzes aufmerksam. HTV-Mitglied Tina Netzband, Vorsitzende des Vereins Leben mit Listenhund e.V., organisierte die Demonstration auch dieses Jahr und rief zur vereinsübergreifenden Teilnahme auf.

Seit mehr als 20 Jahren werden in der Freien und Hansestadt Hamburg Hunde aufgrund ihrer Rasse als unwiderlegbar gefährlich eingestuft (Kategorie 1) und dürfen auch mit bestandenem Wesenstest de facto in Hamburg nicht dauerhaft leben. Daher fordern wir die Abschaffung dieser Kategorie und eine Novellierung des Hamburger Hundegesetzes. „Es ist traurig, dass wir immer noch gegen die Diskriminierung dieser Hunde, die wissenschaftlich nicht begründbar und moralisch nicht vertretbar ist, auf die Straße gehen müssen“, sagt Janet Bernhardt, 1. Vorsitzende des HTV.

Unsere 1. Vorsitzende Janet Bernhardt setzt sich gegen die Vorverurteilung von Hunden aufgrund ihrer Rasse ein. Sie nahm wieder gemeinsam mit ihrer Bullterrier-Hündin am SoKa Run teil.

Gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Ruth Hartwich, HTV-Veranstaltungsmanagerin Jennifer Heymann, HTV-Pressesprecher Sven Fraaß und ihrer eigenen Bullterrier-Hündin Mina, die ebenfalls aufgrund ihrer Rasse in Hamburg als unwiderlegbar gefährlich gilt, nahm Janet Bernhardt auch dieses Jahr wieder am SoKa Run teil. Erstmalig konnte der Struppi, der Tierrettungswagen des HTV, mit Ruth Hartwich als Fahrerin die Route begleiten.

Sven Fraaß (Pressesprecher, HTV) und Ruth Hartwich (Vorstandsmitglied, HTV) am Infostand.

Zudem informierten wir an einem Infostand mit Flyern und in Gesprächen über unsere Forderungen und Vorschläge zur Novellierung des Hamburger Hundegesetzes und verteilten auch während des Demo-Zugs Informationen, viele Menschen unterstützten die Demo auch, indem sie Banner und Schilder hochhielten.

Hunde der Kategorie 1 (American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie Mischlinge dieser Rassen) dürfen in Hamburg nur mit einer Sonder-Erlaubnis leben, die praktisch nicht erteilt wird. Das hat gravierende Folgen für unsere Tierheimschützlinge: Kategorie-Hunde haben es schwerer, ein neues Zuhause zu finden, darum bleiben sie oft länger bei uns im Tierheim – jahrelang mitunter und einige sogar für den Rest ihres Lebens.

Der HTV fordert daher seit Jahren, dass Hunde nach ihrem Verhalten und nicht nach ihrer Rasse beurteilt werden sollten – wie es in Hamburgs Nachbarbundesländern längst praktiziert wird. Selbst mit bestandenem Wesenstest und im Falle eines Besuchs dieses Bundeslands muss ein Hund der Kategorie 1 auf städtischem Grund permanent einen Maulkorb tragen und an kurzer Leine geführt werden, Freilauf ist selbst auf ausgewiesenen Hundeauslaufflächen nicht möglich, eine Leinenbefreiung nicht zu erwirken. Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist aufgrund der Rassezugehörigkeit de facto untersagt.

Herzlichen Dank an alle Vereine und privaten Teilnehmenden, die mit uns für die Hunde auf die Straße gegangen sind und ihre Stimme geliehen haben!