Viele Menschen begegnen im Sommerurlaub erstmals bewusst Straßenkatzen – etwa in Griechenland, Kroatien, Italien oder der Türkei. Dadurch entsteht oft der Eindruck, Straßenkatzen seien vor allem ein Problem anderer Länder. Doch auch in Deutschland kämpfen mehrere Millionen Katzen ohne menschliche Fürsorge auf der Straße ums Überleben - die Tiere leben im Verborgenen. Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund mahnt, dass sich das Leid der Streuner zu einem der größten unbemerkten Tierschutzprobleme im Land entwickelt. Auch in unserer Stadt gibt es älteren Schätzungen zufolge 10.000 Straßenkatzen - wahrscheinlich sind es aber viel mehr. Unser Tierrettungsteam kümmert sich mit ehrenamtlicher Unterstützung um die Streuner auf Hamburgs Straßen.
Pressemeldung vom 10.06.2026
„Das Leid der Straßenkatzen ist in Deutschland weniger sichtbar, aber nicht weniger dramatisch”, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Die meisten Straßenkatzen hierzulande sind sehr scheu. Ihr Leben, das von Hunger, Krankheiten und einer unkontrollierten Vermehrung geprägt ist, spielt sich weitestgehend im Vorborgenen ab. Viele der Tiere sterben früh, Kitten werden oft nur wenige Wochen alt.”
Während Straßenkatzen in Urlaubsländern sichtbar und meist zutraulich durch Straßen und Hotelanlagen streifen und bei Touristen um Futter betteln, leben Straßenkatzen in Deutschland im Verborgenen. Der Deutsche Tierschutzbund hat mit seinem „Großen Katzenschutzreport” gezeigt, dass Straßenkatzen im ländlichen Raum vor allem auf Bauernhöfen und auf verlassenen Gehöften und Firmengeländen leben. Straßenkatzen im städtischen Raum leben meist in Schrebergärten.
Die Situation von Straßentieren verbessern
Da alle Straßenkatzen ursprünglich von nicht kastrierten Freigängerkatzen aus Privathaushalten abstammen, fordert der Deutsche Tierschutzbund die Bunderegierung auf, eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einzuführen. Die sachkundige Betreuung von Straßenkatzen, die nicht in ein Zuhause vermittelt werden können, übernehmen meist Tierschutzvereine und Tierheime. Sie richten Futterstellen ein, fangen die Tiere, lassen sie kastrieren und tiermedizinisch versorgen. Für ihre Arbeit sind die Tierschutzvereine auf Spenden tierlieber Menschen angewiesen.


