Heute ist der Tag der Tierrechte. Ein guter Zeitpunkt, um darauf zu schauen, was in Hamburg und auf Bundesebene für die Tiere noch getan werden muss.
Tierrechtserfolge
Katzenschutzverordnung 2026
Am 1. Januar 2026 tritt in der Hansestadt eine Katzenschutzverordnung in Kraft. Bis dahin müssen freilaufende Hauskatzen (Freigänger) kastriert, gechippt und registriert sein. In Hamburg gibt es laut älterer Schätzungen 10.000 freilebende Katzen – es dürften inzwischen weit mehr sein. Zusätzlich leben in der Hansestadt unzählige Freigängerkatzen, die ein Zuhause haben, aber zur unkontrollierten Vermehrung der Streunerkatzen beitragen. Fast alle Straßentiere kommen schwach und/oder an Katzenschnupfen erkrankt und mit Milben-, Floh- oder Wurmbefall in unsere Obhut. In vielen Städten und Kommunen in Deutschland sind vergleichbare Katzenschutzverordnungen bereits etabliert – und es hat sich gezeigt, dass diese die unkontrollierte Vermehrung freilebender Katzen und das damit verbundene Leiden und Sterben schutzbedürftiger Tiere erfolgreich eindämmen. Wir drücken die Pfötchen für einen großen Erfolg!
Novellierung des Tierschutzgesetzes muss kommen
Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, fordert, die Novellierung des Tierschutzgesetzes wieder anzustoßen, um Tiere in Deutschland besser zu schützen. „Ein Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz, an dem die SPD in der letzten Legislatur schon als Regierungspartei beteiligt war, liegt quasi fertig in der Schublade. Es wäre nur eine kleine Hürde für Union und SPD, die Novellierung nun wieder aufzugreifen und zu vollenden. Der Entwurf vereint einige wichtige Tierschutzaspekte, die essenziell sind, um dem Staatsziel Tierschutz im deutschen Grundgesetz endlich gerechter zu werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Obwohl der Tierschutz seit mehr als 20 Jahren als Staatsziel im deutschen Grundgesetz verankert ist, regelt das Tierschutzgesetz in seiner jetzigen Form eher den Nutzen der Tiere und gewährt zu viele Ausnahmen, wo es Tiere eigentlich konsequent schützen sollte. Unser Dachverband fordert daher unter anderem eine Konkretisierung und Erweiterung des Verbotes der Qualzucht bei Tieren, ein konsequentes Verbot der Anbindehaltung von Rindern und ein ausnahmsloses Verbot von Amputationen – auch für Tiere in der Landwirtschaft und jagdlich geführte Hunde. Um dem Problem der Millionen Straßenkatzen im Land entgegenzuwirken und Tierheime zu entlasten, muss eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gesetzlich verankert werden. Gleiches gilt für eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für zumindest Hunde und Katzen. Auch der Handel mit Tieren jeglicher Art muss umfassender reguliert und entsprechend eingedämmt werden, um Tierleid etwa auf Tierbörsen oder durch den unkontrollierten Onlinehandel mit lebenden Tieren zu verhindern.
Noch viel zu tun: Das Hamburger Hundegesetz
In der Freien und Hansestadt Hamburg werden seit mehr als 20 Jahren Hunde aufgrund ihrer Rasse als unwiderlegbar gefährlich eingestuft und dürfen auch mit bestandenem Wesenstest in Hamburg nicht dauerhaft leben. "Die Abschaffung der Rasseliste und eine Novellierung des Hamburger Hundegesetzes ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Janet Bernhardt, unsere 1. Vorsitzende. Jedes Jahr wird unter anderem mit dem SoKa Run (Sogenannte Kampfhunde/Kategoriehunde) auf die Thematik aufmerksam gemacht.
„Für mich ist das Wesen eines Tieres relevant und nicht seine Rasse. Kein Lebewesen hat es verdient, vorverurteilt zu werden, nur weil es vermeintlich mit dem falschen Stammbaum geboren wurde. In anderen Bundesländern funktioniert eine Einschätzung basierend auf einem Wesenstest auch, wieso also nicht bei uns?“, so Petra Hoop, Geschäftsführerin unseres Vereins.
Stimme für die Tiere
Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, bis Tiere und ihre Rechte endlich ernstgenommen werden. Wir freuen uns über jeden tierfreundlichen Menschen, der bei Tierleid nicht wegschaut und mit uns demonstriert. Wir werden uns weiterhin für die einsetzen, die nicht für sich selbst sprechen können!





