In den vergangenen Wochen mussten wir uns leider von einigen unserer Hunde verabschieden, die schon länger in unserer Obhut waren und uns allen sehr ans Herz gewachsen sind. Unseren Fellnasen Pascha, Bailey, Maddox & Leila wurden von ihren Gassigehenden jahrelang viele glückliche Stunden und Tage geschenkt. Auch unsere Tierpflegenden und Kolleg*innen aus der Verwaltung machten den Hunden das Leben im Tierheim so schön wie nur möglich. Dafür und für die folgenden Nachrufe danken wir allen von ganzem Herzen!

AmStaff-Pitbull-Mischling Pascha, geboren circa 2014, war seit dem 9. Oktober 2017 bei uns im Tierheim und verbrachte sehr viel Zeit mit seinem Gassigeher Thorsten, Ehefrau Birgit und den beiden Familienhunden – konnte aufgrund des hiesigen Hundegesetzes aber nie adoptiert werden.

Pascha – ein kurzer Nachruf auf einen Langzeit-Insassen

Warum lest ihr hier ein paar Zeilen über Pascha? Weil er einzigartig war und zugleich exemplarisch für viele Hunde im Tierheim!
Pascha kam ungefähr 3-jährig als Sicherstellung aufgrund eines Beißvorfalls in die Obhut des HTV – und er blieb fast 8 Jahre! Für ihn war das Tierheim ein Zuhause, auch wenn er mit dem stressigen Umfeld nicht gut umgehen konnte und das mit hoher Erregung und auch aggressivem Verhalten gegenüber fremden Menschen und Hunden zum Ausdruck brachte.
In den letzten Jahren durften wir ihn aber auch als fröhlichen, anhänglichen und liebenswerten Hund erleben. Er war wachsam (ja, das ist eine gute Eigenschaft!), er blieb misstrauisch gegenüber Fremden, konnte aus Kauartikeln und ein wenig Spucke ganze Schaumburgen gestalten, war perfekt erzogen (ein großes Dankeschön an seine Pflegerinnen Susi, Jana und Conny) und war mit fast allen Hunden unterwegs gut verträglich.
Er liebte es in der Sonne zu liegen und im Wasser zu planschen, konnte bei dynamischen Situationen aber auch einen nicht unerheblichen Beutefangtrieb zeigen, was eben nicht ganz ungefährlich ist. Und, das sollte nicht verschwiegen werden, er hasste mit jeder Faser seiner zuletzt 35 Kilogramm jede Art von medizinischer Behandlung! Daher war der Maulkorb außerhalb des Grundstücks und in bestimmten Situationen sinnvoll und wurde von Pascha problemlos getragen.
Wurde er wegen seines besonderen Charakters nicht vermittelt? Auch, aber nicht nur. Typen wie ihn gibt es mittlerweile viele im Tierheim – sie sind nicht ganz einfach und nicht für jedes Zuhause geeignet. Sie werden häufig aufgrund aggressiven Verhaltens sichergestellt und die Vermittlung durch das Hamburger Hundegesetz erschwert. Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass viele Hundehaltenden das wunderbare Instrument des Maulkorbs nicht wertzuschätzen wissen.
So bleiben immer mehr Hunde als Schattenhunde wie ein Bodensatz viele Jahre im Tierheim. Wir alle kennen die Ursachen, die es abzustellen gilt, aber wichtig ist es auch, dass die Tierheime für diese neue Situation als Endstelle und Hospiz vorbereitet werden, denn das wird sich so schnell nicht ändern!

Pascha wurde am 16. Juli 2025 im Tierheim eingeschläfert.

In liebevoller Erinnerung
Birgit und Torsten

AmStaff-Pitbull-Mischling Bailey, geboren circa 2014, war seit dem 9. August 2019 bei uns im Tierheim. Ihr Gassigeher Thomas & Familie erinnern sich:

Ein strahlendes Temperament

Bailey wurde stolze zehn Jahre alt. Sie brachte mit ihren 44 Kilogramm jede Menge Lebensfreude in unseren Alltag. Sie hatte einen sonnigen Charakter voller Energie und Temperament. Letzteres war manches Mal eine Herausforderung an der Leine und im Geschirr.
Ein Herz für Menschen
Bailey war die menschenfreundlichste Hündin, die man sich vorstellen kann. Fremde Zweibeiner gingen bei ihr niemals leer aus – sie begrüßte jeden mit überschwänglicher Freude. Bei Spaziergängen zeigte sich auch ihr wachsamer Charakter. Dem Jagen war sie nicht abgeneigt. Bei Erstbegegnungen mit anderen Hunden zeigte sie sich wenig begeistert und tat das auch mit vollem Einsatz von Körper und Stimme kund. Doch wenn man sich Zeit nahm, Geduld aufbrachte und Regeln setzte, dann akzeptierte Bailey andere Hunde bei sich. Mit unserer Malinois-Hündin Lazy, die sie kennenlernen durfte, dauerte die Annäherung ihre Zeit, doch dann wurden sie unzertrennlich. Besonders in Baileys Spielaufforderungen an Lazy zeigte sich ihre sanfte Seite von ihrer schönsten Art.
Die beste Begleiterin, wenn sie Vertrauen fasste
Leider wurde Baileys guter Charakter aufgrund ihres Aussehens und kräftigen Temperaments von vielen Besuchern des Tierheims nicht so gesehen – und sie wurde übersehen. Hinzu kamen ihre gesundheitlichen Baustellen. Doch wer sie kennenlernte und sich ihr Vertrauen erarbeitete, hatte in ihr die perfekte Begleiterin gefunden. Sie kuschelte leidenschaftlich gern, schlief lange und sehnte sich nach Nähe.
Beliebter Vierbeiner im Büro und in der Seniorenresidenz
Im Büro war Bailey der heimliche Star – ob in der Mittagspause oder bei kurzen Pausenspaziergängen. Man begegnete ihr erst mit Respekt, der sich aber schnell aufgrund ihrer Freundlichkeit in Freude verwandelte. Gemeinsam sind wir oft ans Wasser gegangen und sie genoss jeden Moment zwischen Brise und Wellenschlag. Auch in der Seniorenresidenz meiner Mutter und Oma, die sie besuchen durfte, hatte sie sich einen kleinen Fanclub erarbeitet, der sie liebte und sogar einen kleinen Beitrag zur Beerdigung gesammelt hat.
Ein würdiger Abschied
Bailey hat uns eine unvergessliche Zeit geschenkt. In der Erinnerung an ihr warmes Wesen, ihren Mut und ihre bedingungslose Treue lebt sie in unseren Herzen weiter.
„Nun bist du frei. Komm gut rüber Bailey – du bleibst unvergessen.“

Boxer-Mischling Maddox wurde circa Anfang 2013 geboren und war seit dem 6. November 2022 bei uns im Tierheim. Gassigeher Olaf schreibt über "seinen" Maddox:

Eine Freundschaft

Maddox und mich hatte von der ersten Begegnung an etwas verbunden, das man nicht erklären kann.
Wie so viele hatte auch er eine traurige „Tierheimkarriere“. Seine imposante Erscheinung und kleine Dummheiten aus der Vergangenheit standen seiner Vermittlung wohl im Wege.
Gern hätte ich den kleinen Tollpatsch mitgenommen, aber meine Wohnverhältnisse ließen das leider nicht zu.
So hatten wir eben unsere Momente bei den gemeinsamen Gassi-Gängen sowie bei den Ausfahrten zum Physio-Baden.
Wenn über 40 Kilogramm Masse in Bewegung sind, heißt es standfest zu sein. Auch beim Spielen war er durchaus turbulent, anschließend wurde dann ausgiebig geschmust. In diesen Momenten merkte man besonders intensiv, was auch ihm fehlte: ein richtiges Zuhause.
Entgegen der Lehrbücher haben wir viel über die Augen kommuniziert, denn der Maulkorb bedeckte sein hübsches Gesicht.
Am Ende hat er eine würdige Beisetzung erhalten. Das hatte er verdient.

Ich vermisse ihn.

Hamburg, August 2025

Husky-Schäferhund-Mischling Leila wurde circa 2014 geboren – im Tierheim war sie seit dem 20. März 2021. Unsere HTV-Kolleg*innen vom Kinder-Jugendtierschutz und der Tierschutzberatung – bei denen Leila zuletzt als Bürohund verwöhnt wurde – und Gassigehende erinnern sich:

Abschied von einem verschmusten Charakterkopf

Anfang des Jahres durften wir Leila kennen- und lieben lernen. Da in unserem Büro ein Platz, genauer gesagt ein Hundekorb frei war, durfte sie halbe Tage bei uns verbringen. Sie hat vor ihrer Zeit im Tierheim nicht nur Schönes erlebt und hier einige Jahre verbracht.
In den ersten Tagen haben wir nicht nur sie, sondern auch ihren Maulkorb kennengelernt. Kurze Zeit später brauchte sie ihn nur noch bei unseren Gassi-Runden, denn andere Hunde konnte sie nicht leiden. Kaum wurde der Maulkorb fürs Spazierengehen aufgesetzt, schubberte sie immer wieder ihren Kopf an unseren Beinen. Diese Angewohnheit haben wir schnell in unsere Herzen geschlossen. Das Gassigehen mit Leila war meistens eine ähnlich schnelle und dementsprechend kurze Angelegenheit. Nach einigen Wochen wagte sie sich immer weiter in die Umgebung des Tierheims und die anliegenden Kleingärten vor.
Leila war eine sturköpfige Hündin, die wusste was sie wollte. Wenn sie manchmal nur einige wenige Schritte bei der Gassi-Runde gehen wollte, lag es oft an ihrem Sturkopf. Oft, aber nicht immer: Leila hatte nämlich immer wieder starke Schmerzen wegen ihrer hochgradigen Arthrose. Dann ließ sich die futtermotivierte Dame nicht einmal von Leckerlies ein paar Schritte entlocken.
Obwohl die freundliche Hündin gerne mit Menschen in Kontakt war, konnte man sich mit ein paar Leckerchen noch weiter in ihr Herz schleichen. Sie war ein sehr liebevoller und verschmuster Hund, was uns allen die Monate mit ihr versüßt und unseren Arbeitsalltag merklich zum Positiven verändert hat. Leila war auch sehr clever: Sie konnte unsere Stimmen den jeweiligen Arbeitsplätzen zuordnen. Wenn sie eine Stimme hörte, aber den Menschen an seinem richtigen Platz vor dem Computer nicht gefunden hat, war sie ein bisschen verwirrt. Außerdem konnte sie ihre Fähigkeiten manchmal bei Schnüffelspielen unter Beweis stellen. Daran hatte sie viel Spaß!
Die sture alte Dame hat unser Büro bereichert und auch Besuch aus anderen Abteilungen herzlich begrüßt. Sie ist immer noch Teil des Büros, etwa als Motiv auf unserem Bildschirmhintergrund und Türschild. Fotogen war sie nämlich auch!
Leila wird von uns schmerzlich vermisst. Es hat uns den Abschied leichter gemacht, zu wissen, dass sie keine Schmerzen mehr erleiden muss. Sie wird immer in unseren Herzen bleiben mit ihrer fröhlichen Art, mit ihren Aufforderungen zu Streicheleinheiten und mit ihrem typischen Leila-Maulkorb-Kopfschubbern.

Mach‘s gut, Leila!

Deine Büromenschen und deine Gassigeher*innen