Glückliche Katzenrettung aus dem 3. Stock

Unser Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz brachte Murphy nach der spektakulären Rettung in unsere sichere Obhut.Unser Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz brachte Murphy nach der spektakulären Rettung in unsere sichere Obhut.So eine tolle Rettungsaktion haben wir noch nicht erlebt: Beherzte Schüler*innen und Lehrer*innen des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums halfen einer Katze, die nicht mehr allein von einem Baum herunterkam. Unsere Tierrettung war ebenfalls zur Stelle und noch am selben Tag konnten wir das Tier seiner glücklichen Halterin zurückgeben. Hier lesen Sie die ganze Geschichte.

Freudestrahlend schloss Murphys Halterin Wibke Bahlo ihren Kater wieder in die Arme. Seit dem 1. Mai wurde der grau-getigerte Ausreißer vermisst und eine Woche später unversehrt zurückgebracht. Doch alles der Reihe nach: Am vergangenen Freitag (8. Mai 2020) fuhr unser Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz nach Eimsbüttel, um einer Katze auf dem Schulgelände des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums zu helfen. Das Tier hatte offenbar schon seit mehreren Tagen auf einem Baum ausharren müssen, da es nicht mehr allein herunterkam. Die Feuerwehr war bereits alarmiert, musste aufgrund der Bodenbeschaffenheit vor Ort jedoch ihren Einsatz abbrechen. Das Geschöpf im Baum zu lassen, kam für die Schüler*innen und Lehrkräfte aber nicht infrage! Kurzerhand bauten sie aus zwei Hochsprunglatten aus der Turnhalle, mehreren Umzugskartons und einem alten Plakat eine stabile Brücke. Diese legten sie durch eines der Fenster im dritten Stock – in etwa zehn Metern Höhe – an den Baum. Lehrer Simon Raß schildert die Situation: „Lange konnte sich das Tier nicht mehr im Baum halten, es saß ganz oben auf sehr dünnen Zweigen und war völlig erschöpft und wahrscheinlich total ausgehungert sowie dehydriert.“ Er berichtet weiter: „Unten am Fußboden haben wir die Aktion übrigens gesichert, indem Schüler*innen der 11. Klasse zwei große Vorhänge als Sprungtücher straffzogen, die wir vorher abmontiert hatten. Die Schüler*innen trugen natürlich alle Mund-Nasen-Schutz und hielten den Mindestabstand ein.“

Mit Hochsprungstangen und Pappe bauten die Helfer*innen eine stabile Brücke.Mit Hochsprungstangen und Pappe bauten die Helfer*innen eine stabile Brücke.Gemeinsam schoben sie die Brücke vorsichtig zum Baum, um den Kater mit Futter darauf und zum Klassenzimmer zu locken.Gemeinsam schoben sie die Brücke vorsichtig zum Baum, um den Kater mit Futter darauf und zum Klassenzimmer zu locken.Auf Höhe des dritten Stockwerks verharrte derweil Murphy, dem allmählich die Kraft ausging.Auf Höhe des dritten Stockwerks verharrte derweil Murphy, dem allmählich die Kraft ausging.

Schauen Sie sich hier die Rettung in Bildern an!

Nach seiner Rettung schaute der Ausreißer noch etwas mitgenommen drein, bei uns konnte er sich dann erholen.Nach seiner Rettung schaute der Ausreißer noch etwas mitgenommen drein, bei uns konnte er sich dann erholen.Mit Futter und etwas Fingerspitzengefühl lockten die Helfer*innen die Katze an, die sich nach und nach auf die Brücke traute. Es war ein Moment des Glücks, als die gerettete Samtpfote endlich wohlbehalten im Klassenzimmer ankam. Unser Tierrettungsfahrer, der inzwischen hinzugerufen worden war, fing sie behutsam ein und brachte sie in unsere Obhut. Heiko Nauschütz erläutert: „Das erleben wir nicht alle Tage, dass sich Menschen so engagiert für ein Tier in Not einsetzen. Die Lehrer*innen und Schüler*innen haben selbst die Initiative ergriffen, vorbildlich gehandelt und die Katze gemeinsam erfolgreich gerettet.“

Bei uns im Tierheim angekommen, ging Kater Murphys Glückssträhne weiter. In unserer tierheimeigenen Praxis wurde er so gut es geht untersucht – weil der Findling noch sehr ängstlich war, ließ er sich nicht anfassen. Über die vergangenen Tage war Murphy auch etwas mager geworden, so versorgten ihn unsere Tierpflegerinnen nach der Untersuchung auch gleich liebevoll mit Futter. Kurze Zeit später wurde Murphys Halterin von dem Haustierregister Tasso informiert, dass der Kater bei uns in Sicherheit war. Eine aufmerksame Passantin, die die Tasso-Vermisstenanzeige von Murphy gesehen hatte und nun die Rettung des Tieres beobachtete, rief bei Tasso an: Volltreffer!

Die Halterin, die sich bereits mehrfach bei uns nach einem Fundkater erkundigt hatte, war überglücklich. Wibke Bahlo: „Es ist unglaublich beeindurckend, wie alle Beteiligten an der Rettung von Murphy mitgewirkt haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Und auch die Mitarbeiterin im Tierheim Süderstraße ist sogar noch etwas länger dageblieben, damit ich ihn direkt abholen konnte.“ Noch am selben Tag kam der Katzenmann wieder nach Hause – der Registrierung bei Tasso sei Dank. Wir empfehlen daher jedem Halter und jeder Halterin, das Haustier registrieren zu lassen – auch bei dem Register FINDEFIX unseres Dachverbandes, dem Deutschen Tierschutzbund. Dort werden unsere Hunde und Katzen bei der Vermittlung automatisch gemeldet.

Wir sind beeindruckt von so viel Engagement und froh, dass wir Murphy dabei helfen konnten, endlich wieder nach Hause zu finden. Dem Kater geht es übrigens gut – er hat auch schon wieder etwas zugenommen und kuschelt sehr viel. Wir wünschen der Familie und vor allem dem kleinen Ausreißer alles Gute!