Großdemo gegen Todeslabor LPT am Samstag, 19. Oktober

In blutverschmierten Zwingern vegetieren die Hunde vor sich hin.2,8 Millionen Tiere litten und starben allein 2017 bei oder nach Versuchen für falsche Forschung – allein in Deutschland. Seit 2012 gelten EU-weit einheitliche Regeln im Umgang mit den missbrauchten Tieren. Doch Deutschland hält sich nicht daran, weswegen die EU ein Vertragsverletzungs-Verfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet hat. Auch vor den Toren Hamburgs finden grausamste Misshandlungen an Hunden, Katzen, Affen und anderen Mitgeschöpfen statt.

In und ganz in der Nähe Hamburgs, nämlich in Neugraben und in Mienenbüttel der Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf, befinden sich Niederlassungen des LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG Team). Diese Unternehmen ist eines der größten Auftragslabors Deutschlands für Tierversuche und betreut Kund*innen in mehr als 25 Ländern weltweit. Es hat eine unfassbare Kapazität von unter Anderem circa 10.000 Mäusen, 1.500 Hunden und 500 Affen; etwa 160 Mitarbeiter*innen sind hier beschäftigt. Eine dritte Einrichtung des LPT befindet sich in Löhndorf im Kreis Plön.
Das LPT ist ein Hochsicherheitstrakt und nicht einmal der Neu Wulmstorfer Bürgermeister bekommt Zutritt. Doch Tierschützer*innen von SOKO Tierschutz rund um Friedrich Mülln und Cruelty Free International gelang es nun über eine in das Unternehmen eingeschleuste Person, heimlich Fotos und Videos von den Versuchen und den gequälten, sterbenden Tiere zu machen – und damit von den Verstößen gegen geltendes EU-Recht und das deutsche Tierschutzgesetz. Die Aufnahmen wurden dem ARD-Magazin FAKT zur Verfügung gestellt, dass sie am 15. Oktober (Dienstag) um 21:45 Uhr senden wird. Diese rücken das Grauen im LPT nun endlich in die Medien und breite Öffentlichkeit.

Und diese Öffentlichkeit gilt es nun zu mobilisieren! Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) schließt sich der Großdemo am 19. Oktober 2019 von 14 bis 17 Uhr am Neugrabener Markt, zu der SOKO Tierschutz aufruft, an. Anschließend findet von 19 bis 21 Uhr vor der LPT-Anlage in Mienenbüttel, Oldendorfer Straße 41, eine Mahnwache statt, die sich in eine mittlerweile jahrelange Tradition der Bürgerinitiative Lobby pro Tier – LPT-Mahnwache fügt. Ein deutlicher Appell an alle Menschen mit einem Gewissen unseren tierlichen Mitgeschöpfen gegenüber kommt von Sandra Gulla, der 1. Vorsitzenden des HTV: „Bitte kommen Sie alle zur Demonstration! Nur durch deutlichen öffentlichen Druck haben wir eine Chance, dass sich die Folterkammern und Todestrakte des LPT schließen müssen. Ich bin voller Dankbarkeit, dass die so mutigen Tierschützer*innen der SOKO Tierschutz dieses unermessliche Leid sichtbar gemacht haben. Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass diese so belastende investigative Tierschutzarbeit größtmögliche Wirkung entfaltet!“

Dass Tierversuche immer ein ungeheures Maß an Qual bedeuten, war zwar jedem einigermaßen geradeaus denkenden Menschen schon lange klar. Doch wie das neueste Material zeigt, ist ganz stark davonauszugehen, dass sogar die minimalen Schutzmechanismen, die für diese Tiere gelten, unterlaufen werden. Ein auch nach geltendem Recht nicht hinnehmbarer Zustand, ist beispielsweise die Rekrutierung Beschäftiger aus der Schlachthausbranche, die ohne fachliche Kenntnisse für die Versorgung der Tiere und Durchführung der Versuche zuständig sind.
Dass Tierversuche nicht nur unmoralisch, sondern sogar unwissenschaftlich sind, ist zudem eine weitverbreitete Erkenntnis – auch in Fachkreisen. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. veröffentlicht diverse Studien, die das untermauern. Doch mit dieser barbarischen und überholten Un-Wissenschaft lässt sich viel Geld machen und die Politik steckt im Lobby-Sumpf. Auch bezüglich des LPT ist eindeutig von Behördenversagen zu sprechen, weswegen das zuständige Veterinäramt angezeigt wurde. Denn Auflagen dürfen nicht nur erteilt, die Einhaltung muss auch überprüft werden. Ganz offensichtlich findet aber keine Kontrolle statt, die den Tieren den gesetzlichen Mindestschutz garantiert.
So finden die horrorgleichen Ausmaße der Tierversuche leider tagtäglich und millionenfach statt. Es ist in Deutschland bitterste Realität, dass Tiere zur maximalen Panik getrieben werden, sie Schmerzen jenseits unserer Vorstellungskraft ertragen müssen und von „unqualifizierten“ Menschen malträtiert und getötet werden. Die Tiere vegetieren in viel zu kleinen und tristen Käfigen vor sich hin, verenden unter der Wahrnehmung ihresgleichen und erfahren niemals Liebe oder Freiheit. Das geschieht auch mit unseren nächsten Verwandten, vor allem Javaneraffen, und dem sogenannten besten Freund des Menschen, also Hunden. Dabei sind vor allem Beagles Tierversuchsopfer, da sie als besonders lieb und duldsam gelten und dem Menschen immer wieder ihr unbegründetes Vertrauen schenken – auch noch im Angesicht des Todes.

Im Namen der Tiere: Erheben Sie Ihre Stimme und zeigen Sie Ihr Gesicht, um für eine bessere Welt einzustehen!

Als eines der wenigen Labore Deutschlands führt LPT auch Affenversuche durch.