Konsequenzen müssen folgen: Nach Tiertransport-Bericht fordern wir ein generelles Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer

Millionen Bürgerinnen und Bürger sprechen sich gegen Langstreckentransporte aus. Foto: ZDFMillionen Bürgerinnen und Bürger sprechen sich gegen Langstreckentransporte aus. Foto: ZDF23. November 2017

Die ZDF-Reportage „37 Grad: Geheimsache Tiertransporte“ von Manfred Karremann schockierte am Dienstag die Öffentlichkeit mit Bildern der grausamen Behandlung von Rindern und Schafen auf und nach Langstreckentransporten außerhalb der EU. Der HTV und der Deutsche Tierschutzbund fordern nun einen sofortigen Stopp von Lebendtiertransporten in Drittländer – dies halten wir für europarechtlich umsetzbar. Mit einem Brief hat sich der Deutsche Tierschutzbund bereits an den zuständigen EU-Kommissar gewandt.

Aus der heutigen Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbunds:

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kommentiert: „Die grausamen Bedingungen bei Tiertransporten sind lange bekannt – dennoch haben die Bilder von Tieren, die beim Entladen geschlagen, deren Augen ausgestochen und Sehnen durchtrennt und die ohne Betäubung geschlachtet werden, die Öffentlichkeit erneut schockiert und aufgerüttelt. Obgleich diese Bilder in Drittstaaten der EU aufgenommen wurden, handelt es sich doch um Tiere, die nur deshalb ins Ausland verschachert werden, weil sie in Europa wirtschaftlich wertlos sind und von wohlhabenden Exportunternehmen genutzt werden, um ‘Fleisch’ lebend und möglichst günstig zu transportieren. Die Europäische Union muss sich ihrer Verantwortung stellen. Die Tiertransporte in Drittstaaten widersprechen den ethischen Grundsätzen der EU und ihrer Mitgliedstaaten eklatant. Wir dürfen nicht dulden, dass Tiere aus den Mitgliedstaaten an der Außengrenze sämtlichen Schutz verlieren und grausame Qualen erdulden müssen. Der Europäische Gerichtshof hatte bereits 2015 in einem Urteil gefordert, dass europäische Tierschutzstandards bei Tiertransporten auch über die Außengrenze hinaus eingehalten werden müssen. Aufgrund des massiven Tierleids auf den Transporten fordern wir ein sofortiges Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten!“

Hier sehen Sie den Brief des Deutschen Tierschutzbundes an den zuständigen EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Povilas Andriukaitis:



Wir unterstützen die Organisation Animals International, die an der Recherche zur „37 Grad“-Reportage beteiligt war, beim Sammeln von Unterschriften. Mit deren Hilfe soll die OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) aufgefordert werden, sich dem Export von Lebendtieren weltweit entgegenzusetzen.

Wir fordern den sofortigen Export-Stopp von Tieren in Nicht-EU-Länder. Foto: ZDFWir fordern den sofortigen Export-Stopp von Tieren in Nicht-EU-Länder. Foto: ZDF