Verbraucherschutzbehörde und HTV warnen vor illegalem Tierhandel

Tony hat überlebt - viele andere Welpen aus illegalem Handel leider nicht.Tony hat überlebt - viele andere Welpen aus illegalem Handel leider nicht.Pressemitteilung

In ihrer gestrigen Pressemitteilung warnt die Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz vor illegalem Tierhandel und gibt Tipps, worauf beim Kauf von Hundewelpen zu achten ist. Denn der illegale Welpenhandel nimmt immer noch zu - weshalb der HTV mit einer bundesweiten Kampagne dagegen ankämpft. Die Pressemitteilung, in der auch unsere 1. Vorsitzende Janet Bernhardt zu Wort kommt, lesen Sie hier:  

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren groß. Viele Menschen schauen sich im Internet nach Tieren um und stoßen dabei auch auf unseriöse Angebote. Denn immer wieder kommt es vor, dass Hundewelpen im Internet unter Vortäuschung falscher Daten und aus schlechten Haltungsbedingungen angeboten werden. Die Verbraucherschutzbehörde warnt vor dem illegalen Tierhandel und gibt Tipps, wie seriöse von unseriösen Angeboten unterschieden werden können.

Verbraucherschutzbehörde warnt vor illegalem Tierhandel

Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina sagt dazu: "Ein Welpe heißt Verantwortung. Und die beginnt bereits beim Kauf. Vor allem im Internet werden Welpen - oft aus dem Ausland - angeboten, die ohne gültige Papiere und in schlechtem Gesundheitszustand über die Grenzen geschmuggelt werden. Der illegale Welpenhandel im Internet ist ein Millionengeschäft. Nur wer bei bekannten Züchtern kauft, kann sich darauf verlassen, dass bei seinem Welpen alles in Ordnung ist." 

Janet Bernhardt, Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins: "Ich bin nun schon seit 30 Jahren aktiv im Tierschutz und habe bereits als Elfjährige das Elend dieser Welpen miterlebt – damals noch auf Tiermärkten, die mittlerweile fast ausgestorben sind. Diese haben wir vom Tierschutz aus regelmäßig aufgesucht, um auf die schlechten Verhältnisse aufmerksam zu machen und die nicht verkauften Welpen, die hinterher "entsorgt" werden sollten, zu retten. Mit Einzug der Onlineplattformen hat der Welpenhandel aber rasant zugenommen und enorme Ausmaße angenommen."

Der illegale Online-Tierhandel stellt wegen der Möglichkeit zur Anonymität und schwieriger Rückverfolgbarkeit eine große Herausforderung dar. Die Abgrenzung zwischen seriösen und unseriösen Angeboten ist schwierig und setzt eine intensive Auseinandersetzung von künftigen Tierhalterinnen und Tierhaltern  mit einem Angebot voraus.

Besonders wichtig ist es, die Herkunft des Tieres genau zu kennen und zu prüfen. Denn immer wieder werden Tiere im Internet angeboten, die unter tierschutzwidrigen Bedingungen, oft im Ausland, gezüchtet und in Deutschland angeboten werden. Diese Tiere werden häufig sehr jung, geschwächt oder krank, ohne Impfschutz und wenig sozialisiert angeboten. Die Folge können Verhaltensstörungen und Krankheiten sein. Auch die Haltung der Elterntiere ist dann in der Regel nicht tierschutzgerecht.

Tiere sollten daher nicht auf der Straße gekauft oder an einem anonymen Ort wie zum Beispiel einer Autobahnraststätte oder dem Wohnsitz der künftigen Tierhalterin oder des künftigen Tierhalters, übergeben werden. Es wird empfohlen, sich auch das Muttertier und eventuelle Wurfgeschwister frühzeitig vor dem Kauf direkt bei der Züchterin beziehungsweise dem Züchter oder im Tierheim persönlich anzusehen. Welpen müssen bei Kauf mindestens acht Wochen alt sein. Erst dann sind sie in ihrer Entwicklung so weit, dass sie von ihrer Mutter getrennt werden können. Es sollte sich vor Ort ausreichend Zeit für ein persönliches Beratungsgespräch genommen werden. Fragen zu den jeweiligen Lebensverhältnissen und den zu erwarteten Bedingungen für die Unterbringung des Tieres sind ein gutes Zeichen und deuten darauf hin, dass die Züchterin oder der Züchter dem Verkauf der Welpen nicht gleichgültig gegenüber steht. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn eine Händlerin oder ein Händler viele Welpen unterschiedlicher Rassen verschiedenen Alters anbietet. Dies kann ein Hinweis auf illegalen Tierhandel sein. Hinweise auf unseriöse Angebote können auch ein auffällig niedriger Kaufpreis, ein offensichtlich schlechter Gesundheitszustand und ein gültiger Impfpass mit nicht schlüssigen Angaben sein. In jedem Fall sollte ein Kaufvertrag abgeschlossen werden, in dem alle wichtigen Details zum Tier schriftlich festgehalten werden.

Darüber hinaus sollten folgende Fragen vor dem Tierkauf unbedingt geklärt werden: Passt die jeweilige Tierart und Rasse in ihrem Wesen, Temperament und ihren Ansprüchen zu der jeweiligen Tierhalterin beziehungsweise dem Tierhalter? Kann das Tier sein Leben lang seinen Bedürfnissen entsprechend untergebracht werden? Erhält zum Beispiel der Hund genügend Auslauf? Wer kümmert sich im Urlaub um das Tier? Wie hoch sind die Kosten für Futter und Unterbringung, können gegebenenfalls hohe Kosten bei erforderlichen tierärztlichen Behandlungen getragen werden? Wer zur Miete wohnt, braucht außerdem die Erlaubnis seiner Vermieterin oder seines Vermieters.

Weitere Tipps für den Kauf eines Welpen finden Sie unter folgendem Link: https://www.hamburg.de/tierschutz-tiergesundheit/14964662/welpenkauf/