Im Schnitt sind es 55 bis 70 Hunde, die zeitgleich im Alten Hundehaus ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben. Für ihre Versorgung ist ein Team von Tierpflegerinnen und -pflegern und einer Verwaltungskraft unter der Leitung von Susanne Schaar zuständig. Manche Vierbeiner sitzen hier keine drei Tage, andere dagegen schon seit Jahren. Denn in einer Großstadt wie Hamburg haben kleine und mittelgroße Vierbeiner eindeutig die besseren Chancen auf eine schnelle Vermittlung. Im Hundehaus werden Anfragen derzeit ebenfalls nur über Telefon, per Mail und schriftliche Selbstauskunft bearbeitet. Wenn’s gut aussieht, folgt ein Telefongespräch mit der Bezugstierpflegerin oder dem -pfleger, bevor ein erster Besuchstermin vereinbart wird. Dabei kommt es dann auf den Hund an, ob er sich zugänglich oder reserviert verhält. Manchmal passt es auf Anhieb und der Vierbeiner kann sofort in sein neues Zuhause umziehen. Es kann aber auch vorkommen, dass zukünftige Frauchen und Herrchen häufiger kommen müssen, bis ihr Kandidat etwas Vertrauen zu ihnen gefasst hat.

In Hamburg unerwünscht

Seit Jahren appelliert der HTV an die politisch Verantwortlichen der Hansestadt, die Rasseliste endlich abzuschaffen. Bislang leider ohne Erfolg. Betroffen sind vor allem American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull und Staffordshire Bullterier sowie Mischlinge dieser Rassen, die in Hamburg als unwiderlegbar gefährlich gelten. Für sie wird von der Stadt nur in sehr seltenen Fällen eine Haltungserlaubnis erteilt. Und so kommt es immer wieder vor, dass Hunde dieser Rassen durch die Polizei oder den Hundekontrolldienst sichergestellt werden, weil ihre Halterinnen oder Halter den Auflagen nicht nachgekommen sind. Im Schnitt befinden sich 30 bis 40 dieser sogenannten Listenhunde im Neuen Hundehaus. Aufgrund der Tatsache, dass diese vermeintlich gefährlichen Hunde de facto in Hamburg nicht vermittelt werden können, sitzen viele von ihnen schon seit Jahren im Tierheim. Um ihre Chancen auf ein neues Zuhause zu verbessern, vermittelt der HTV diese Hunde nach Möglichkeit in andere Tierheime in Bundesländern ohne Rasseliste, wo ihre Vermittlungschancen deutlich besser sind