Die Jusos vor dem HTV.Die Jusos vor dem HTV.Am Dienstag dieser Woche begrüßten wir eine Gruppe der Hamburger Jungsozialistinnen und -sozialisten bei uns. Zehn junge Sozialdemokratinnen und -demokraten waren gekommen, um unseren Tierschutzverein sowie auch unser dazugehöriges Tierheim kennenzulernen. Den Termin begleiteten unsere 2. Vorsitzende Dr. Gabriele Waniorek-Goerke und Vorstandsbeisitzerin Stefanie Bauche.

Bei einem Rundgang durch das Tierheim und der sich anschließenden Diskussionsrunde konnten wir  tierschutzrelevante Themen ansprechen, die uns besonders am Herzen liegen.  Den Schwerpunkt legten wir auf das

  • Hamburger Hundegesetz: Wir konnten eindringlich die Ungerechtigkeit des geltenden Hundegesetzes demonstrieren, in dem wir einige der sogenannten Kategorie-1-Hunde (unwiderleglich gefährlich) schwanzwedelnd und um Streicheleinheiten bittend in ihren Zwingern zeigen konnten. Wir haben unseren Gästen verschiedene Varianten vorgestellt, wie und auf welche Weise der tierschutzwidrige Status quo des Hundegesetzes geändert werden könnte. Die Möglichkeiten reichen von Abschaffung der Rasseliste nach dem Vorbild von Niedersachsen und Schleswig–Holstein über Umwandlung der unwiderleglichen Vermutung der Gefährlichkeit in eine widerlegliche Vermutung durch das Bestehen des Wesenstests bis zu einer Veränderung auf der Ebene der Verwaltungsvorschriften zum Hundegesetz. So könnte vorgesehen werden, dass das „berechtigte Interesse“ zum Halten eines Kat-1-Hundes zumindest dann unterstellt wird, wenn der Hund aus einem Tierheim kommt. Schon diese marginale Änderung in der Handhabung des geltenden Rechts könnte die Vermittlungschancen unserer Langzeitinsassen stark verbessern.
  • Katzenschutzverordnung: Bereits am 31. März 2022 endete die Prüffrist des Senats, ob eine Katzenschutzverordnung in Kraft treten sollte. Bisher liegt ein Prüfbericht aber noch nicht vor. Wir fordern die Hamburger Bürgerschaft eindringlich auf, durch eine Verordnung für eine verpflichtende Registrierungs- und Kastrationspflicht für alle Katzen zu sorgen, um die Population der freilebenden Streunerkatzen in Hamburg in den Griff zu bekommen und ihr Tierleid zu verringern. Wir hoffen sehr, dass die Hamburger Bürgerschaft endlich den Weg frei macht für eine solche Verordnung, damit Hamburg nicht das traurige Schlusslicht beim Katzenschutz bleibt.
  • Der illegale Welpenhandel konnte ebenfalls thematisiert werden. Wir gingen der Frage nach, was genau an diesem Welpenhandel illegal ist und wie sich der auch vom HTV betriebene Auslandstierschutz davon unterscheidet. Die Notwendigkeit, den Online-Handel mit lebenden Tieren zu reglementieren und Verbraucherinnen und Verbraucher aufzuklären war recht bald Konsens. Wie eine Sachkunde- und Zuverlässigkeitsüberprüfung als Voraussetzung zum Halten eines Haustieres in der Praxis umsetzbar sein könnte, wurde lebhaft diskutiert.
  • Natürlich konnten wir auch unsere aktuellen Unterbringungsprobleme für unsere Tierheimtiere ansprechen. Die uns im Sommer 2021 überlassene zusätzliche Fläche von circa 2.500 Quadratmetern ist derzeit leider nicht bebaubar, da es das geltende Bauplanungsrecht es nicht zulässt.  Mit dieser Flächenerweiterung können wir also z. B. das wegen akuter Einsturzgefahr gesperrte „Alte Katzenhaus“ nicht kompensieren. Aufgrund zu wenig vorhandener Tierunterkünfte mussten wir in der jüngsten Vergangenheit bereits Aufnahmestopps verhängen.

Nach rund zweieinhalb Stunden regen Gesprächs haben sich die Jusos aus dem Tierheim wieder verabschiedet. Wir sind dankbar für ihr Interesse am Tierschutz und verbinden mit ihrem Besuch die Hoffnung, dass die jungen politisch engagierten Sozialdemokratinnen -demokraten den innerparteilichen Diskurs in Tierschutzangelegenheiten mal so richtig in Schwung bringen. Das wäre toll.

Im Anschluss an den Termin bei der Gesprächsrunde, in der wir über die verschiedensten tierschutzpolitischen Probleme sprechen konnten.Im Anschluss an den Termin bei der Gesprächsrunde, in der wir über die verschiedensten tierschutzpolitischen Probleme sprechen konnten.Bei der Begehung unserer nicht bebaubaren zusätzlichen Fläche.Bei der Begehung unserer nicht bebaubaren zusätzlichen Fläche.