Nach neun Jahren: Glückliche Wendung für Listenhund Gina

V.l.: Gassigeherin Ute Beiße, Tierpflepflegerin Marie Unland, Adoptantin Anne-Katrin Würtz mit Gina, sowie die Gassigeherinnen Monika Fischer und Petra Eggeling.V.l.: Gassigeherin Ute Beiße, Tierpflepflegerin Marie Unland, Adoptantin Anne-Katrin Würtz mit Gina, sowie die Gassigeherinnen Monika Fischer und Petra Eggeling.Pressemitteilung

Nachdem Listenhund Alfi im Juli nach viereinhalb Jahren im Tierheim Süderstraße des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V. (HTV) starb, gibt es für einen anderen Schützling nun gute Neuigkeiten. Die American-Pitbull-Terrier-Mischlingshündin Gina hat endlich ihr eigenes Zuhause gefunden. Sie wartete seit 2012 sehnsüchtig darauf.

Gina hatte es nicht leicht: Als sogenannter Listenhund in Hamburg wurden ihre Vermittlungschancen massiv verschlechtert. Neun Jahre lang, also die längste Zeit ihres bisherigen Lebens, wohnte und alterte Gina im Tierheim Süderstraße. Damit hielt sie den traurigen Rekord unter den Tierheimschützlingen. Die freundliche Hündin ist nunmehr elf Jahre alt.

Omi Gina startet in ihr neues Hundeleben

Wir freuen uns riesig, dass Gina nun endlich ihr wohlverdientes Glück gefunden hat!Wir freuen uns riesig, dass Gina nun endlich ihr wohlverdientes Glück gefunden hat!Jetzt hat Gina endlich ihr Zuhause gefunden. Anne-Katrin Würtz aus Schleswig-Holstein adoptierte sie. Sie kennt die Hündin schon länger. Hätte Gina mit anderen Hunden zusammenleben können, sie ist jedoch lieber Einzelprinzessin, wäre sie womöglich schon früher als Zweithund umgezogen. Nachdem Anne-Katrin Würtzs Hund verstarb, suchte sie auf der HTV-Seite nach einem neuen hündischen Begleiter und entdeckte mit Schrecken, dass Gina noch immer im Tierheim wartete.

„Gina fühlt sich wohl. Sie zeigt im Wald schon terriertypisches Verhalten wie Schnüffeln und ist Menschen gegenüber offen. Sie ist ein prima Hund und es ist wirklich schwer zu glauben, dass sie so lange auf ihre Vermittlung warten musste“, berichtet Ginas Adoptantin.

„Wir sind überglücklich, dass Gina mit ihren elf Jahren ein richtiges Hundeleben abseits des Tierheims kennenlernen darf. Sie hat viel Lebenszeit bei uns ‚verloren‘, was auch an der unverhältnismäßigen Gesetzgebung in Hamburg liegt“, betont die 1. Vorsitzende des HTV Janet Bernhardt. Daher forderte der HTV jüngst Justizsenatorin Anna Gallina und den Hamburger Senat auf, die Rasseliste des Hamburgischen Hundegesetzes abzuschaffen.

Ginas Glück in Bildern: Hier geht's zur Galerie!

Die freundliche Hündin darf aufgrund ihrer Rasse nicht in Hamburg leben, was ihre Vermittlung sehr erschwerte.Die freundliche Hündin darf aufgrund ihrer Rasse nicht in Hamburg leben, was ihre Vermittlung sehr erschwerte.Als American-Pitbull-Terrier-Mischlingshündin gehört Gina zu den Rassen der Kategorie 1, deren Haltung in Hamburg verboten ist. Die Hunde werden von Geburt als unwiderlegbar gefährlich verurteilt. In der Praxis ist die Haltung nahezu unmöglich und mit strengen Auflagen verbunden: permanentes Tragen eines Maulkorbs, Laufen nur an kurzer Leine (auch auf Freilaufflächen). Eine Befreiung davon gibt es nicht – ungeachtet eines bestandenen Wesenstests, wie im Falle von Gina. Zudem dürfen Hunde, die in Hamburg als gefährlich gelten, nicht in Verkehrsmitteln der Hamburger Hochbahn mitgeführt werden.
Über Ginas Neustart freut sich nicht nur das Tierheimteam des HTV, auch Ginas ehrenamtliche Gassigeherinnen Petra Eggeling, Monika Fischer und Ute Beiße wünschen der Hündin alles Gute. „Gina hat mittlerweile einige gesundheitliche Probleme, aber sie ist eine liebevolle, verschmuste und verspielte Hündin, die ihre Chance mehr als verdient hat“, erläutert Ginas Patin und Gassigeherin Ute Beiße. Im HTV rettete Gina am liebsten ertrinkende Stöckchen aus dem Hundebadeteich und machte ihrem Ruf als echte Wasserratte alle Ehre.

Listenhunde müssen allein durch behördliche Sicherstellungen und die geltenden Auflagen für eine Vermittlung, dazu gehören ein bestandener Wesenstest und eine Kastration, in der Regel ein Jahr und länger auf ihr neues Zuhause warten. Einige Tiere bleiben wie Gina sogar jahrelang im Tierheim Süderstraße, wenn neben den gesetzlichen Hürden für die Vermittlung zum Beispiel gesundheitliche Probleme dazu kommen. Für die bestmögliche Versorgung dieser und weiterer Schützlinge ist der HTV dringend auf Spenden angewiesen.

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