Wieder konnten wir Hunde aus Rumänien aufnehmen

Jeder Hund wurde fürsorglich in Empfang genommen.Jeder Hund wurde fürsorglich in Empfang genommen.22. September 2014

Am Sonntag konnte der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) wieder dreizehn Hunde aus der Auffangstation Bucov in Ploiesti aufnehmen. Acht haben schon ihr Zuhause über ProDogRomania e.V. gefunden und sind als Gasthunde* im Tierheim des HTV. Fünf Hunde, Tibi, Marion, Mura, Amadeus und Cleo suchen nach einer Quarantänezeit über den HTV ein zuverlässiges und liebevolles Zuhause.

Unsere 2. Vorsitzende und Projektkoordinatorin Sandra Gulla hat das ehrenamtlich aktive Begrüßungsteam nach der Aktion nach ihren Eindrücken gefragt:

 

Christa Driest, aktives Mitglied
Als ich am Sonntag in die Süderstraße fuhr, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Bekannt war bereits, dass der Transport mit den aus Rumänien kommenden Hunden - unplanmäßig lange - seit mehr als 48 Stunden unterwegs war. Um 13:15 Uhr rollte also der Wagen auf den Hof des HTV und das Ausladen der Hunde begann. Mit aller Umsicht wurden sie einer nach dem anderen aus ihren Transportboxen befreit - die meisten so erschöpft, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnten. Was mich ungeheuer anrührte, war die Tatsache, dass die Hunde ausnahmslos freundlich und uns Menschen zugewandt waren. Sie schienen zu spüren, dass ihre Situation sich mit der Ankunft in Hamburg im Moment des Verlassens ihrer engen Käfige zum Besseren veränderte. Als alle im Quarantänebereich untergebracht waren, gab's Futter - und nicht einer hatte keinen Appetit, offenbar hatten sie bereits Vertrauen in uns Menschen gefasst. Nun hoffe ich, dass alle, die heute in Hamburg ankamen, ein gutes Zuhause finden werden, in Sicherheit davor, der entsetzlichen momentanen Situation in ihrem Herkunftsland zum Opfer zu fallen. Ich wünsche mir, dass der HTV die begonnene Arbeit fortsetzt und wir noch weitere dieser liebenswerten Geschöpfe in der Hansestadt aufnehmen werden.

Marcus Tippner, Gassigeher
Vielen Dank für die Mail und das bewegende Ereignis heute.
Mich haben heute besonders zwei Dinge bewegt bzw. beeindruckt. Ich fand es richtig toll zu erleben, wie sehr die Hunde uns trotz der langen Fahrt und all den Strapazen und der Angst vor dem Ungewissen vertraut haben und wir alle ruhig und sicher in die Zwinger bringen konnten. Die kleinen Streicheleinheiten im Zwinger mit den Neuankömmlingen waren total schön, besonders als ich merkte, wie die Unsicherheit und Angst wich und die Streicheleinheiten genossen werden konnten (dabei denk ich in meinem Fall besonders an Marion :-))
Es war eine schöne Aktion -rundum gelungen mit tollen Eindrücken, wie auch super auf den Fotos zu sehen ist. Sowas macht Lust auf mehr :-)

Jana Lachmann, Gassigeherin
Zunächst einmal möchte ich Dir danken für diese wundervolle, beeindruckende und herzzerreißende Erfahrung, die ich mit Dir und Deinem Projekt erleben durfte.
Vor dem heutigen Ereignis war ich sehr aufgeregt und konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Und als die beiden Fahrer mit dem Transporter durch das Tor fuhren, schlug mein Herz rasend schnell. Ich war so gespannt darauf, was mich erwartet, in welcher Verfassung die Fahrer nach 50 Stunden Fahrt sind und wie die ganzen Fellnasen diese Tortur überstanden haben.
Und dann ging es direkt auch schon los. Die Tür des Transporters wurde geöffnet und ich blickte in so viele verängstigte Äuglein und auf zitternde Körper... Das berührte mich zutiefst, mir standen die Tränen in den Augen...ich konnte nur erahnen, wie es ihnen auf den Straßen in Rumänien ergangen sein mußte und ich verspürte tiefes Glück, das diese kleinen Seelen nun in eine bessere und glücklichere Zukunft blicken können.
Liebe Sandra, ein Dank an Dich, wie Du mit diesen Hunden umgegangen bist und sie uns übergeben, ja anvertraut hast. Es war eine so wundervolle Erfahrung für mich. Es erfüllte mich mit einem so großen Glücksgefühl, wenn ein kleiner ängstlicher Vierbeiner auf meinem Arm aufhörte zu zittern, ich ihn auf den Rasen absetzte und er sein Geschäft verrichtete - das ist doch Wahnsinn! Ja, darüber habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind.
Mich hat auch sehr beeindruckt, wie engagiert die beiden Fahrer waren und wie auch sie mit den Hunden umgegangen sind, sie waren sehr freundlich zu uns, sympathisch...Harte Arbeit, die sie dort geleistet haben. Auch ihnen gilt ein großes Dankeschön.
Auch sehr bewegende Momente erlebte ich, als wir die Erstversorgung der kleinen Herzchen übernahmen. Es war so erstaunlich für mich zu beobachten, wie dankbar sie alle waren, ohne Erwartungen, ohne Aggression. Im Gegenteil: sie suchten förmlich unsere Nähe und forderten ganz aktiv unsere Zuneigung und Streicheleinheiten... DAS war ein Glücksmoment für mich! DAS ist wahrer Luxus für mich! Dieses Erlebnis rührte mich zu Tränen und zugleich füllte sich mein Herz voller Freude und Zuversicht.
Ich kann die Welt nicht retten, aber ich kann sie mit meinem Beitrag ein kleines Stück besser machen und meine Erfahrungen so vielen Menschen mitteilen und sie nur ermutigen, zumindest neue Gedanken zuzulassen.
Und wenn es immer mehr von Dir und uns gibt, dann kann auch die Hoffnung immer mehr wachsen.
Liebe Sandra, nun sind es zwar mehr als nur ein, zwei Sätze geworden, aber es ist mir ein Bedürfnis, Dich an meinen Eindrücken teilhaben zu lassen.
Wann immer Du wieder Hilfe benötigst - ich bin gerne wieder mit dabei.
Ach ja, eines möchte ich doch noch erwähnen. Unsere kleine Gruppe heute fand ich super. Für mein Gefühl haben wir sehr gut miteinander gearbeitet - Hand in Hand. Ein tolles Gefühl.

Rosa Gliha, Gassigeherin
Ich fand es schön dabei gewesen zu sein, danke dafür. Die Ankunft der Hunde aus Rumänen fand ich spannend, so viele Stunden haben die Fahrer und die Hunde im Transporter verbracht.
Als erstes habe ich den Beifahrer gesehen, oh Mann, sah der müde aus, aber ein Lächeln hatte er für uns trotzdem übrig, umwerfend.
Dann habe ich die Hunde in ihren Käfigen gesehen und leichte Tränen stiegen in meine Augen. Es war sehr ergreifend und schön zu wissen, dass sie alle es jetzt besser haben werden.
Ganz besonders toll fand ich diese Hunde. So viele Stunden eingesperrt in engen Käfigen so viele schlimme Dinge haben sie schon erlebt und sie sind einfach nur toll und unheimlich schmusig. Wahnsinn, sie sind so menschenbezogen...

Sandra Gulla
Die Antworten haben mich sehr berührt. Auch für mich war diese Aktion eine große Bereicherung - wunderbare Hunde und ein tolles Team. Tierschutz kann so viel Freude bedeuten.

Fotos im Text und in der Bildergalerie: Christa Driest

Weitere Bilder zur Ankunft in unserer Bildergalerie

Hier geht es zu dem Vorbericht und den Reiseberichten Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5.

*Das sind Hunde, die bereits ein Zuhause gefunden haben, deren Ankunft aber nach den europäischen Transportbedingungen in einem Tierheim oder einer ähnlichen Einrichtung erfolgen muss, das über eine TRACES-Registrierung verfügt (TRAde Control and Expert System, ein von der EU eingeführtes Datenbanksystem, mit dem der gesamte Tierverkehr innerhalb der EU sowie aus der und in die EU erfasst wird). Zudem haben die Amtsveterinäre, die für die Transporte von ProDogRomania e.V. in Deutschland zuständig sind, zur Auflage gemacht, dass die Hunde mindestens 48 Stunden in unserem Tierheim verbleiben, damit ggf. eine Kontrolle der Hunde durch die örtlichen Amtsveterinäre möglich ist. So ist die Aufnahme von Gasthunden keine große Sache für uns, für den Weg dieser Hunde in ein sicheres Zuhause aber unerlässliche Voraussetzung.