Tierqual im LPT Neugraben geht weiter

Tierschützer*innen ist es zu verdanken, dass die Gräueltaten des LPT aufgedeckt und öffentlich gemacht wurden. Bild: Soko TierschutzTierschützer*innen ist es zu verdanken, dass die Gräueltaten des LPT aufgedeckt und öffentlich gemacht wurden. Bild: Soko TierschutzDem LPT-Standort in Hamburg-Neugraben wurde am 14. Februar 2020 die Betriebserlaubnis entzogen. Nun hat ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Hamburg den Betrieb grundsätzlich wieder erlaubt – unter „strengen Auflagen“, wie die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz mitteilt. Wir sind fassungslos!

Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht für die unzähligen Opfer des LPT und tausende engagierte Bürger*innen, die das grausame und teils illegale Treiben des Todeslabors nicht mehr hinnehmen wollten und sich gemeinsam mit uns, Soko Tierschutz und weiteren Organisationen öffentlich für eine Schließung des LPT an allen Standorten eingesetzt haben – und weiter einsetzen werden! In der LPT-Zentrale Neugraben wurden todbringende Experimente an Mäusen, Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen gemacht. Unter anderem für Botox-Tests müssen Mäuse qualvoll ersticken. Mehr als 100 Mäuse fanden nach dem Entzug der Betriebserlaubnis bei uns ein sicheres Obdach.

„Nachdem (das) LPT zwischenzeitlich unter anderem einen neuen Geschäftsführer, einen neuen Tierschutzbeauftragten und neue Tierversuchsleiter bestellt hat, wurde mit einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Hamburg aus Mitte Juli 2020 die aufschiebende Wirkung der Widersprüche des Unternehmens entgegen der behördlichen Entscheidungen wiederhergestellt und der Betrieb am Standort Hamburg so grundsätzlich wieder erlaubt“, teilt die für Tierversuche zuständige Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz mit. Diese Entscheidung macht uns fassungslos! Das Gericht hat nicht einmal die Strafverfahren, insbesondere in Bezug auf die durch Soko Tierschutz und Cruelty Free International aufgedeckten mutmaßlich jahrzehntelangen gefälschten Tierversuchsstudien, abgewartet. Wir werden weiterkämpfen, wir werden weiter aufklären und wir werden uns weiter für die Tiere einsetzen, die in solchen Laboren misshandelt und zu Tode gequält werden!

Mehr Investionen in Alternativen zum Tierversuch!

Ein Beagle im LPT Mienenbüttel am Ende seiner Kraft. Bild: Soko TierschutzEin Beagle im LPT Mienenbüttel am Ende seiner Kraft. Bild: Soko TierschutzBisher hat das Todeslabor seinen Betrieb noch nicht wiederaufgenommen. Dieser soll künftig unter „strengen Auflagen“ erfolgen. „Diese betreffen vor allem Informationen zu personellen Veränderungen und die Sachkunde des Personals sowie die genaue und überprüfbare Dokumentation zum Wohlergehen der Tiere“, so die Behörde. Die behördlichen Kontrollen sollen demnach „verstärkt“ werden und die Behörde kündigte weitere Schritte auf Bundesebene an. Warum nicht direkt in Hamburg? Statt dem LPT-Betrieb mit strengeren Auflagen eine neue Richtung zu geben, könnten Auflagen geschaffen werden, um die grausame Tierqual in der Freien und Hansestadt Hamburg unrentabel und damit unmöglich zu machen – allein in Bezug auf die Haltungsvoraussetzungen der Tiere. Ein Bemühen, die alternative Forschung zum Tierversuch voranzutreiben, ist kaum ersichtlich. Dem seit drei Jahren verliehenen Forschungspreis für Alternativmethoden, der 2020 mit 50.000 Euro dotiert ist, stehen allein 31 Millionen Euro gegenüber, die der Senat für den Neubau eines Gebäudes für Tierversuche am UKE beschlossen hat. 2018 wurden allein in Hamburg 263.256 Tiere getötet, ein Anstieg um mehr als 50 Prozent!

Gemeinsam weiter gegen diese Tierqual

Soko Tierschutz und Cruelty Free International hatten vier Monate lang undercover massive Tierschutzverstöße in allen drei LPT- Standorten (Neugraben (Hamburg), Minenbüttel (Niedersachsen) und Löhndorf (Schleswig-Holstein) aufgedeckt. Soko will nun eine schwarze Liste mit allen Unternehmen erstellen, die weiter mit dem LPT zusammenarbeiten und sie veröffentlichen – diese und weitere Maßnahmen, um weiterhin auf das unerträgliche Leid der ausgebeuteten Geschöpfe aufmerksam zu machen, werden wir mit aller Kraft unterstützen. Dass auch Mienenbüttel seine Tore wieder öffnet, müssen wir gemeinsam verhindern. Und auch im Todeslabor Löhndorf werden weiter Tiere im Namen der Wissenschaft bestialisch gequält.